Ein Jahr Selbstversuch?

Bereits vor der Reise stieß ich zum Jahreswechsel in irgendeinem Blog auf das Projekt, sich jeden Monat einer neuen Herausforderung zu stellen. Sie waren bereits festgelegt und drehten sich zum Beispiel darum, einen Monat lang keinen Zucker zu essen, aufs Smartphone oder sogar komplett aufs Internet zu verzichten. Die Schlagworte zenhabits.net oder Leo Babauta dürfte da wohl vielen sofort einfallen. Richtig, das Projekt war ursprünglich von ihm und wurde von vielen Bloggern übernommen. Ich fand die Idee damals schon großartig, hatte ich mir doch schon immer wieder gedacht, dass man mal einen Monat aufs Smartphone verzichten müsste. Wie viel Zeit man dann plötzlich hätte! Dachte ich mir.

Während unserer Reise fiel mir zufällig das Buch „Hab ich selbst gemacht“ von Susanne Klinger in die Hände, in der die Autorin ein Jahr lang versucht, alles selbst herzustellen, anstatt neu zu kaufen. Der Ansatz war eher ein persönlicher, statt ein nachhaltiger, aber von dieser Lektüre angeregt, fand ich immer mehr Bücher über Selbstversuche, in denen ein Jahr lang versucht wurde, zum Beispiel ökologisch zu leben oder sich anständig zu ernähren. Mich fasziniert die Idee einfach. Deshalb wird es bei mir ab Oktober – da endet unsere Reise – eben solche monatlichen Herausforderungen geben. Und weil sich etwas deutlich verpflichtender anfühlt, wenn man es niederschreibt und womöglich gar noch Mitstreiter/Unterstützer findet, startete ich diesen Blog. Er dient nicht zur Übernahme der Weltherrschaft, sondern dem einfachen Grund, eine gewisse Verpflichtung für mich selbst zu schaffen und das Projekt zu dokumentieren.

In den vergangenen Tagen bastelte ich also eine Liste mit Dingen, von denen ich mir vorstellen könnte, einen Monat lang zu verzichten. Hier der momentane Stand (ich ergänze die Liste ggf. immer wieder mal, falls noch so viel dazu kommt):

  • Einen Monat alles mit dem Bike erledigen. Für jede Fahrt mit dem Auto wandern 10 Euro in eine Kasse!
  • Keine Süßigkeiten.
  • Ausschließlich biologisch und/oder regional einkaufen. Wo wohl die Hürden wären?
  • Ein Monat nichts Neues kaufen bzw. „one thing in, one thing out“. Kommt was Neues dazu, muss was anderes gehen.
  • Geht in die gleiche Richtung: Jeden Tag einen Gegenstand ausmisten.
  • Einen Monat ohne tierische Produkte.
  • Einen Monat ohne Internet am Smartphone.
  • Einen Monat lang nur 30 min Internet pro Tag (PC und Smartphone). 30 min reicht, um kurz einen Blogartikel zu veröffentlichen oder etwas zu recherchieren. Facebook und Co fällt da dann schnell raus.
  • Einen Monat lang alles selbst herstellen.
  • Ausschließlich selbstgemachte Kosmetik verwenden (ist ohnehin nicht viel – Duschgel, Shampoo, Creme, Seife, Deo. Ob man Wimperntusche selbst herstellen kann?!)
  • Jeden Tag zehn Minuten aufräumen und 10 min putzen (d.h. das Projekt „schönerer Haushalt“ durchziehen)
  • Nur einmal die Woche einkaufen gehen (klappt hier auf der Reise auch super) und ansonsten von den Vorräten leben.

 

Und so sieht es dann in der Umsetzung aus:

Oktober: Ausschließlich bio und/oder regionale Nahrung kaufen.

November: „schöner Haushalt“ umsetzen.

Dezember: 30 min Internet am Tag (PC und Smartphone!) (schafft hoffentlich etwas mehr Ruhe in der Weihnachtszeit. Aber das wird hart…). Jede weitere halbe Stunde kostet 10 Euro.

Januar: Jeden Tag eine Sache ausmisten. Wird etwas Neues gekauft, gilt: one thing in, one thing out!

Februar: Alles selbst machen! Brot, Kosmetik, Käse, Butter, Süßigkeiten…

März: Keine (gekauften) Süßigkeiten

April: Ein halbes Jahr ist rum! Die Challenge: Keine. Einfach mal reinfühlen und schauen, ob/was sich was verändert hat.

Mai: Alles mit dem Bike. Für jede Fahrt mit dem Auto 10 Euro in die Kasse.

Juni: Ein Monat ohne tierische Produkte.

Juli: ?

August: ?

September: ?

Oktober: ?

 

Während dieser Zeit halte ich die Ohren mal offen – falls sich ein schönes Projekt in unserer Region auftut, das eine Spende brauchen könnte, investiere ich das Geld aus der „Kasse“ dort. Ansonsten gönne ich meinem Freund und mir was Cooles. Einen Hochtourenkurs zum Beispiel (Erlebnisse und Wissen sind wohl besser als was Materielles). Oder einen Nähkurs?

Andere Blogger, die sich ähnlichen Projekten stellen, gibt es zum Beispiel hier:

Die Mädels von Minim Muse haben jeden Monat eine individuelle sieben-Tage-Challenge.

von allem zu viel hält sich nahe an Leo Babautas Ideen.

Auf einfachweniger gibts auch ganz individuelle Herausforderungen.

Apfelmädchen & sadfsh haben ihre eigenen monatlichen Challenges.

Minimalismus leben übernahm die Ideen unverändert von Leo Babauta.

Und hier noch der Link zu Leo Babautas Projekt.

 

PS: Das Fragezeichen in der Überschrift zeigt, dass ich noch Zweifel habe. Ich kenne mich: Anfangs bin ich immer top motiviert, aber das verfliegt schnell. Ich bin gespannt, wie es sich dieses Mal verhält und hoffe, dass ich nicht nur im Oktober 2014, sondern auch noch im Oktober 2015 ein Ausrufezeichen dahintersetzen kann. Ich freu mich drauf!

2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. vonallemzuviel
    Sep 11, 2014 @ 19:04:46

    Oh, ich liebe Challenges! Bin gespannt, wie du dein Projekt erlebst, klingt auf jeden Fall ambitioniert. Viel Erfolg bei der Umsetzung 🙂

    …und danke für die Erwähnung!

    Liken

    Antworten

  2. Trackback: Best things are free, part 25. | von allem zu viel.

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